CROSSMEDIA
27
April2015

„Man muss immer hart zu sich selbst und bereit sein, den Weg zu überdenken.“ - 5 Fragen an Judith Gentz (milabent)

Mit dem Produkt sminna ist milabent vor ein paar Jahren an den Start gegangen, dieses entwickelte sich weiter zum Crossmedia Manager, heute findet man unter der Firmen-Domain den Online Lotsen.  Judith Gentz und ihr Startup milabent präsentieren sich wandlungsfähig. Beim diesjährigen Webfuture Award wird die netzwerkende Gründerin in der Preselection Jury sitzen und mitentscheiden welches junge Unternehmen die Chance bekommt zum besten digitalen Startup der Hamburger Metropolregion gekührt zu werden. nextMedia.Hamburg erzählte sie, inwiefern ihr die eigenen Erfahrungen dabei helfen. 

Wie wichtig ist es heutzutage mit seinem digitalen Geschäftsmodell flexibel auf technologische Entwicklungen einzugehen? Inwiefern muss ein Startup auch bereit sein, den eigenen Weg zu überdenken, sich gegebenenfalls neu ausrichten?
Ich denke man muss immer hart zu sich selbst und bereit sein, den Weg zu überdenken. Wir haben nach der mäßigen Skalierbarkeit des Crossmedia Managers aus eigener finanzieller Kraft mit den Erlösen aus dem „Altgeschäft“ das Geschäftsmodell grundlegend verworfen und sind neu gestartet. Heute sind wir mit dem Online-Lotsen, einer Werbeplattform für kleine und mittelständische Unternehmen, auf der Erfolgsbahn. Man kann von einem neuen Start-Up sprechen, in dem die Anfängerfehler aus dem ersten Unternehmen nicht mehr gemacht werden. Dafür andere, neue. Das gehört dazu.  

An wen richtet sich der „Online Lotse“ und wohin führt er die Unternehmen?
Der Online-Lotse ist eine Plattform (und im Hintergrund eine Vertriebsmaschine), die kleine Unternehmen durch das „undurchsichtige Fahrwasser des Internets navigiert“. Er kümmert sich um die Belange des Unternehmers in der Online-Werbung und bündelt alle relevanten Online-Produkte für ihn an einem Ort. Vertriebsseitig agieren wir im Namen bekannter Anbieter im Markt. Hier treten wir also nur indirekt als milabent auf.

Sie sind Mitglied der Preselection Jury des diesjährigen Webfuture Awards – inwiefern hilft Ihnen bei der Beurteilung von Startups oder Geschäftsideen, dass Sie selbst Gründerin sind? Haben Sie dadurch einen anderen Blickwinkel?
Ich denke schon. Vor allem verstehe ich, was Gründer antreibt, wie ernsthaft sie ein Ziel verfolgen und wie reflektiert sie im Umgang mit Ihrer Geschäftsidee sind. Ich kann die Gedanken und Absichten hinter einem Business Case lesen. Die wichtigsten Kriterien um sich erfolgreich am Markt zu etablieren sind dabei aus meiner Sicht Lernfähigkeit, Disziplin und Leidenschaft (und natürlich ein gutes Team.)

Zum Thema Lean Startup geben Sie Lehrveranstaltungen – was hat es mit dieser Methode auf sich und inwiefern hilft sie jungen Gründern?
Das Lean Startup-Konzept zwingt Gründer dazu, in der frühen Phase besonders eigene Annahmen kritisch und direkt im Markt zu überprüfen und zu hinterfragen. Es schützt sie davor, sich zu verrennen, zu früh Kapital einzuwerben und damit unnötig Druck aufzubauen. Der frühe Kontakt mit dem Kunden ist der Schlüssel für den Erfolg dieser Methode.

„Mobile First“ heißt es im Claim von milabent: wie schätzen Sie die weitere Entwicklung des mobile-Sektors ein? 
Diese Woche, ab dem 21.4.2015, straft Google alle Webseiten ab, die nicht mobil-optimiert sind. In der Online-Werbung, insbesondere im lokalen Markt, ist es also zwingend notwendig die mobilen Nutzungsgewohnheiten der Konsumenten zu bedienen. Und das bleibt. Vor diesem Hintergrund ist zwar der Fokus von milabent mit dem Online-Lotsen nicht mehr ausschließlich mobil-orientiert, aber der Claim passt nach wie vor.

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