CROSSMEDIA
14
Febr.2013

Crowdforce Curator: "Sesshafte Digitale Bohème" (Jörn Hendrik Ast)

Next Media: Wie bist du auf die Idee für das fluidnetwork gekommen?

Jörn Hendrik Ast: Die Idee ist beim Coworken im Betahaus Hamburg entstanden. Ich arbeitete gerade an einem umfangreichen Konzept für einen Kunden und es ergab sich eine klassische Coworking-Situation. Plötzlich war eine Synergie entstanden, die total fruchtbar war. Mit diesen Eindrücken habe ich mich dann entschlossen, meine Stärken im Sourcing und der Akquise im fluidnetwork zusammenzuführen. Das Betahaus war dafür der perfekte Nährboden, hier ist die digitale Bohème sesshaft geworden.

Next Media: Dein Ziel war es zu Beginn, ein Netzwerk persönlicher Kontakte zu schaffen,  welches gemeinsam die unterschiedlichsten Aufträge bearbeitet. Sind  derartige Ökosysteme auch für Agenturen und Unternehmen sinnvoll?

Jörn Hendrik Ast: Mein aktueller Arbeitgeber Jovoto verfolgt mit Creative Crowdsourcing genau dieses Ziel. Es geht hier nicht um Click-Work, sondern große, komplexe und schwierige Aufgaben. Da geht es dann unter anderem um neue Social Media-Marketingkonzepte für Apps. Wenn wir den Blick nun auf die Unternehmen lenken: Um derart zu arbeiten, müssten sie ihre eigene Crowd pflegen, Community Management betreiben, einen Austausch auf Augenhöhe herstellen und vertrauensvoll in ihrem Netzwerk agieren.

Next Media: In der Next Media-Studie wird deine Tätigkeit als „Crowdforce Curator“ beschrieben, der als Teil eines kreativen Netzwerkes mit fluider Struktur über Next Media-Kanäle das Agenturgeschäft umorganisiert oder bereichert. Welche Skills muss ein Kurator in diesem Bereich mitbringen?

Jörn Hendrik Ast: Dieser Satz ist natürlich krasser Nonsens. So funktioniert es eben nicht, denn Konzerne haben ganz klare Anforderungen an ihre Dienstleister, etwa Rechtssicherheit. Die ganzen alten Gesetzmäßigkeiten von vor zehn Jahren gelten auch noch heute. Es braucht deshalb vor allem Professionalität und klassische Sales/Berater/Kontakter-Fähigkeiten – aber auf beiden Seiten! Ein „Crowdforce Curator“ müsste Fähigkeiten in vier Bereichen mitbringen: Verkauf, Marketing durch Kommunikation und Social Media, Community Management und Projektmanagement.


Next Media: Muss ein fluides Netzwerk immer an einem bestimmten Ort zusammenkommen?

Jörn Hendrik Ast: Man braucht einfach Orte und Hubs, dafür bieten sich Betahäuse und Coworking-Spaces als Kristallisationspunkte einfach an. Man kann sich in die Augen schauen und die Stresspunkte des Gegenübers ergründen. Menschen haben einfach eine intrinsische Motivation zur Kollaboration. Ortsungebundene Modelle funktionieren aber auch ganz hervorragend.

Next Media: Welche Learnings hast du aus deiner Zeit als Crowd-Inspirator gezogen?

Jörn Hendrik Ast: Eine Erkenntnis war, dass für diese vier genannten Fähigkeiten mehr als eine Person gebraucht werden. Ich war zwischenzeitlich mein eigenes Support-Team und das war auf Dauer einfach nicht zu stemmen. Die Zeit war noch nicht reif und deshalb bin ich mit meinen Möglichkeiten, Skills und Kontakten zu Jovoto, dem Marktführer in diesem Bereich gegangen.

Next Media: Wie geht es nun mit dem fluidnetwork weiter?

Jörn Hendrik Ast: Die Marke ffluid wird weiter Bestand haben und ich lasse auch den Blog weiterlaufen. Hier geht es nicht um Hype-Themen, sondern um Antworten aus den Bereichen Innovation und neue Arbeitswelt. Ich würde mir wünschen, dass dadurch mehr Menschen den Sprung in die Selbständigkeit wagen.

Next Media: Vielen Dank für das Gespräch.

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