CROSSMEDIA
13
Nove.2014

Keimzelle des Wandels nicht auflösen (Birgit Spors, KfW)

nextMedia.Hamburg: Würden Sie sich als Kundenversteherin bezeichnen?

Birgit Spors: Ja.

 

nextMedia.Hamburg: Reicht es einfach, die Kunden zu fragen, um besseres Marketing zu machen?

Birgit Spors: Nein. Aber die Kunden zu fragen bildet die elementare Basis. Die Antworten wirklich zu verstehen (im Sinne der Empathie) und in die richtigen Maßnahmen auf Unternehmensseite zu übersetzen ist aus meiner Sicht der entscheidende Schritt für wirksames Marketing.

  

nextMedia.Hamburg: Kann man Kunden in die Gestaltung von Marketingprozessen einbinden?

Birgit Spors: Ja. Dazu gibt es ja bereits unzählige Beispiele und das gilt auch nicht nur für Marketingprozesse. Meiner Meinung nach sind Kunden und eigene Mitarbeiter die beste Quelle zur Optimierung von Prozessen. Wichtig hierbei ist es, die Erwartungen der Kunden gut zu managen, damit es nicht zu Enttäuschungen kommt, wenn Vorschläge nicht umgesetzt werden können oder die Umsetzung sehr lang auf sich warten läßt.

 

nextMedia.Hamburg: Inwiefern verändert das das eigene Unternehmen?

Birgit Spors: Im besten Falle  wird es markt- und vor allem kundennah. Wenn Marketing so in einem Unternehmen verstanden und gelebt wird, dann ist Marketing nicht mehr einfach nur eine Abteilung von vielen. Dann wird Marketing zu einem Instrument der Unternehmensführung, die der Kundensicht Rechnung trägt.

 

nextMedia.Hamburg: Wie kann Marketing innerhalb eines Unternehmens die Führungsrolle, beispielsweise bei der digitalen Transformation, behalten? Oder gewinnt etwa ein Chief Digital Officer, der quer zu bestehenden Strukturen arbeitet, an Bedeutung?

Birgit Spors: Eine spannende Frage und vermutlich laufen bereits lebhafte Diskussionen hinter den Kulissen. Vermutlich gibt es hierauf nicht die EINE Antwort. In dem einem Haus geht es so aus, in einem anderen andersrum. Persönlich wäre ich für eine Lösung ohne Gewinner und Verlierer. Ich glaube, wir müssen viel weiter denken und Abteilungsgrenzen und Verantwortungsbereiche hinter uns lassen. Eine Organisation, die sich wirklich konsequent am Kunden ausrichtet, ist meiner Ansicht nach ganz anders aufgestellt als wir es heute alle noch gewohnt sind.

 

nextMedia.Hamburg: Hand aufs Herz, brauchen Unternehmen angesichts des rasanten Wandels in vielen Bereichen noch eine eigenständige Marketingabteilung?

Birgit Spors: Noch so eine spannende Frage. Ich finde: ja. In Marketingabteilungen finden sie oft Vordenker und Vorkämpfer für Veränderung. "Marketing findet überall im Unternehmen statt und wird auch von allen gelebt", das muss das Ziel sein. Aber da sind die meisten Unternehmen noch nicht. Und so lange sie da noch nicht sind, wäre es gefährlich die Keimzelle des Wandels aufzulösen.

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