CROSSMEDIA
24
April2015

Mobile, Streams und Daten – diese Themen beherrschen den newTV Kongress 2015

Schnell auf dem Smartphone ein YouTube-Video schauen, bis die U-Bahn eingefahren ist. Abends mit Netflix, Amazon und Co. das Unterhaltungsprogramm auswählen. Das alles ist für viele User längst Alltag. Denn: Video gibt es mittlerweile überall und in jeder erdenklichen Form. Beim newTV Kongress in Hamburg standen genau diese Entwicklungen im Fokus: Zum Thema „Monetarisierung des Contents – Payment- und Advertising-Modelle” diskutierten Experten von TV-Sendern und Unternehmen.
Immer wieder streiften die Referenten drei große Trends: Die mobile Nutzung von Inhalten, Möglichkeiten des Streamings und die Nutzung von Daten.
Zum Streaming gab Andrew Ferrone von Roku (USA) hintergründige Einblicke in die Chancen, die sich durch technologisch neue Streaming-Plattformen auftun. „Geänderte Konsumgewohnheiten haben die Erwartungen an Pay-TV-Anbieter verändert“, so Ferrone. Roku selbst positioniert sich mit einem breiten Programm und der Ausrichtung auf die Präferenzen der User. Dabei finanziert sich der Streaming-Spezialist u.a. über Programmpromotion und Kooperationen – jüngst auch mit Sky Deutschland.
Der Blick von Sven Weisbrich, CEO von Universal McCann, galt auch der Nutzung von mobilen Geräten: „Wir befinden uns in einer Übergangsphase von großen zu kleinen Screens. Da der Content vermehrt mit mobilen Endgeräten konsumiert wird, muss er auch dafür passend aufbereitet werden“, so der CEO der Media- und Marketingberatung. Wenn sich das User-Verhalten ändert, so auch Luigi Ecuba, Director Value Implementation Program von Sky, muss sich das Geschäftsmodell daran anpassen.
Eine weitere Monetarisierungsstrategie sieht Stéfane France von Orange-France Telecom: „Die künftige Geldquelle sind Daten.“ Dafür müssen die Kunden aber Vertrauen haben. Die Bedeutung von Daten wird auch in dem Schlagwort Adressable TV deutlich, das Thorsten Schütte-Gravelaar von Smartclip ausführte. Denn: „Neue digitale Technologien machen nicht vor dem linearen Fernsehen halt.“ Statt einen Werbeblock an alle zu senden, können sie mittlerweile mit Ad-Servern ausgespielt werden – individualisierte Werbung wird so möglich. Gemeinsam mit Deniz Mathieu (Geschäftsführerin pilot) und Saskia Gartzen (Leiterin Markenführung HanseMerkur Versicherungsgruppe) stellte er neue Wege der Zuschaueransprache vor.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Parallelnutzung von Fernsehen und mobilen Endgeräten wird zielgerichtete Werbung immer wichtiger. Uwe Becker, Geschäftsführer bei Media & Marketing Beratung GmbH, sieht hier aber per se kein neues Nutzerverhalten: „Parallelnutzung während des Fernsehens gab es schon immer. Früher wurde Zeitung gelesen oder gebügelt. Heute googlet man“, so Becker beim Fireside Talk mit Juliane Paperlein von Horizont.
Im Abschlusspanel, moderiert vom Medienexperten Richard Gutjahr, ging es dann nochmals um das Fernsehen selbst: „Noch zwei oder drei Generationen, dann wird es lineares Fernsehen nicht mehr geben“, konstatiert Daniel Bröckerhoff, freier Journalist aus Hamburg. Doch auch wenn das lineare Fernsehen, die lange Zeit wichtigste Informations- und Unterhaltungsquelle, keine unendliche Lebensdauer hat, herrscht in der Runde Einigkeit: Bewegtbild an sich wird es immer geben. „TV – also Bewegtbild – hat das goldene Zeitalter noch vor sich“, meint Ralf Klassen von OneTV Mag. Aus Marketingperspektive kann Philipp Westermann da bereits heute das Potenzial sehen: „Bewegtbild ist jetzt schon viel mehr wert als alles andere im Netz“, so der metrigo Geschäftsführer.


Wer jetzt noch mehr Infos zum NewTV-Kongress haben möchte, kann auf Twitter unter dem Hashtag #newTVKongress schauen. Viele Teilnehmer – und natürlich nextMedia.Hamburg – haben vor Ort getwittert.

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