CROSSMEDIA
05
Febr.2015

nextMedia.in/sight: Die Spitze der Hamburger Digital- und Medienszene diskutiert über die tiefgreifende Disruption der digitalen Transformation

nextMedia.in/sight feierte am 29. Januar im Circus Polaris an der Binnenalster als neues Veranstaltungsformat seine Premiere. Entscheider und Vordenker der Hamburger Digital- und Medienwirtschaft nutzten die Gelegenheit, mit hochkarätigen Sprechern über die digitale Transformation zu diskutieren. Ziel der Veranstaltung war es, den Blick für die tiefgreifenden Änderungen zu schärfen.

Digitale Geschäftsmodelle werden über die Zukunft der Medien maßgeblich mitentscheiden – darüber sind sich die Entscheider aus Verlagsindustrie, Werbung, Design und Musikwirtschaft sowie der Technologiebranche einig. Über die Fragen aber, wie die digitale Transformation konkret zu gestalten ist, wie sie die Unternehmenskultur verändert und welche neuen Geschäftsmodelle sie hervorbringen wird, gab es bei der Veranstaltung intensiven Diskussionsbedarf.

Den Auftakt der Vorträge machte David Rowan, Chefredakteur von Wired UK und gefragter Vortragsreisender: „Ich habe im vergangenen Jahr 140 Reisen unternommen, um mit Verlagen und Content-Providern über die digitale Transformation zu diskutieren“, erzählte er im Interview mit nextMedia.Hamburg. Sehr viele Beispiele für tragfähige Geschäftsmodelle habe er dabei nicht gefunden, so der Wired-Chefredakteur. Mit einigen, oft kleinen Cases untermalte er seine 12 Regeln für „Business Models that are working for Media Companies“. Darunter Beispiele wie Kim Kadashians Hollywood Game, Netflix, intelligence2, The Guardian Membership Events, Wired Consulting, das Condenast College of Fashion & Design oder Let’s Play Youtuber PewDiePie. „Was wäre, wenn wir keine Angst hätten“, fragte Rowan während seines Vortrags (rhetorisch) in die Runde.  Als Beispiel dazu nannte er ein Zitat des LinkedIn-Gründers Reid Hoffmann, der das Unternehmer-Sein damit beschrieb, aus einem Flugzeug zu springen und auf dem Weg nach unten den Fallschirm zu entwickeln. (Ein ausführliches Videointerview mit David Rowan zeigen wir schon bald auf dem Blog.)

Zu den Sprechern gehörte auch Martin Ott, Managing Director Northern Europe von Facebook. Er berichtete über die digitale Transformation  des Unternehmens von einer Campus-Plattform zu einem sozialen Netzwerk, das seine Angebote nun unter der Prämisse „Mobile first“ konzipiert und sich dabei selbst zu einem vollständig mobilen Unternehmen gewandelt hat.  „Wir als Unternehmen schauen zuerst auf das Handy, weil die Menschen damit einen Großteil der Zeit verbringen. Das steht für uns im Fokus“, erklärte er. Erst danach werde ein Blick auf die Webseite geworfen.

Apropos: Zu sehen gab es bei nextMedia.in/sight eine ganze Menge: In einem Playground sorgten Wearables wie Google Glass, Oculus Rift, Epson Moverio BT-200 und Vuzix (Augmented Reality Brille) für eine Vorschau auf technische Innovationen, die neue Geschäftsideen und Modelle ermöglichen. Alexander Oelling, Gründer und CEO von Sensorberg, referierte über die neue Nearfield-Technologie iBeacon, mit der Anbieter am Point of Sales in Interaktion mit (möglichen) Kunden treten können. “iBeacons bringen eine neue Welle von Geschäftsmodellen, weil der Nutzer direkt am Point of Sale erreicht wird, wo er sich für das Produkt interessiert und eine hohe Bereitschaft vorhanden ist, sich zum Beispiel eine Zeitung herunterzuladen,“ stellte Oelling heraus.

Zum Abschluss der Veranstaltung referierte Nick Sohnemann, Hamburger und Gründer der Innovationsberatung Futurecandy, mit sehr pointierten Aussagen darüber, wie disruptiv sich die Digitalisierung auf die Medien- und Digitalindustrie auswirkt. Ein Thema, das nextMedia.Hamburg begleitet und worüber auch unter den Teilnehmern intensiv diskutiert wurde. Sohnemann betonte: „Große Unternehmen müssen lernen, wieder wie Start-ups zu denken und kleine Schritte zu machen.“

 „Wir müssen uns intensiver darum kümmern, wie wir es schaffen, das, was wir von früher als sinnvoll kennen, künftig digital zu machen“, sagte Dr. Carsten Brosda, Bevollmächtigter des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg für Medien, in seinem Fazit zur Veranstaltung. „Wir alle müssen uns fragen, ob das nicht auch ganz anders geht – immer mit dem Blick darauf, dass wir das Ziel, die Produktion guter Inhalte, nicht aus den Augen verlieren.“

Weitere in/sights in diesem Video:

 

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