CROSSMEDIA
02
Mai2012

Out statt In: Das Netz der Zukunft

Schon bald werden wir nicht mehr „ins Internet“ oder „online gehen“, sondern das Netz wird überall sein und sich in Kühlschränken, Lampen, Bussen und Stromnetzen verstecken. Dieses Internet der Dinge bietet nicht nur für Privatanwender, sondern auch für die Wirtschaft faszinierende Potenziale. So sollen in weniger als zehn Jahren schon rund 50 Milliarden Geräte online sein.

Wenn das Outernet Realität wird, kann nicht mehr länger vom Internet gesprochen werden. Noch sind die Auswirkungen der dann vermutlich allgegenwärtigen Informationstechnologie nicht abzuschätzen: Werden die Nutzer durch einen Informations-Overkill in den digitalen Wahnsinn getrieben? Erfolg eine schrittweise Entmündigung  durch Algorithmen, die uns vorgeben, was wir zu lesen, hören, essen oder kaufen haben? Oder setzt sich die positive Sicht durch und unser Leben wird im Outernet einfacher, besser und reicher?

Derzeit ist das Erfassen und Eingeben von Daten zumeist aber noch Handarbeit. Nicht zuletzt deshalb überlegt Foursquare-Gründer Dennis Crowley, Check-Ins zu automatisieren. Nutzer des Lokalisierungsdienstes müssten dann nicht mehr extra das Smartphone aus der Tasche hervorkramen, stattdessen würden kostengünstige RFID-Chips den Besucher erkennen und – bei entsprechender Freigabe – den Status innerhalb von sozialen Netzwerken posten.

Dieser Paradigmenwechsel wird die Ängste, die derzeit in Datenschutz- und Privatsphäre-Diskussionen immer wieder forciert werden, noch  übertreffen. Niemand weiß, wie unsere Welt aussehen wird, wenn die uns umgebenden Dinge plötzlich miteinander kommunizieren. Auch biokompatible RFID-Chips – verabreicht per Speise oder als Implantat – sind dann nicht mehr nur Orwellsche Zukunftsdystopien.

Doch bevor cyber-physical networks autonom darüber entscheiden, das seit drei Jahren nicht mehr gelesene ehemalige Lieblings-Buch bei Amazon Marketplace auf der Suche nach einem Käufer ins virtuelle Regal zu stellen, dürften Dienste wie Apples Siri die Wirtschaft inspirieren. Vor allem in der Logistik wird bereits seit einigen Jahren daran gearbeitet, Produkte mit Gedächtnis zu entwickeln. Diese geben selbständig Auskunft, wenn die Verpackung beschädigt ist oder Füllstände unterschritten werden. Noch ist nicht entschieden, ob diese Vision wirklich Realität wird. Es bliebe aber immerhin noch ein wenig Zeit, einen ganz anderen Blick auf die Zukunft zu entwickeln.

 

Bildnachweis: flickr.com/ User: kylesteed, flickr.com/ User: Samuel Horon,

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