CROSSMEDIA
28
Janu.2015

Philipp Westermeyer: Online Marketing Rockstar, Seriengründer und jetzt nextMedia.Hamburg Advisor

Dass es nur digital weiter gehen würde wusste Philipp Westermeyer schon früh, früher als die meisten. Direkt nach dem Studium wurde er Vorstands-Assistent bei Bertelsmann und so konnte er schnell sehen, wohin die Reise der Medienbranche gehen würde. Der digitale Wandel faszinierte ihn und weckte seinen Unternehmergeist: Mit den Online Marketing Rockstars gründete er eine der bundesweit führenden Branchenkonferenzen, bei der die wichtigsten deutschen und internationalen Macher aktuelle Trends im Bereich Marketing diskutieren. Im Interview mit nextMedia.Hamburg sprach der Seriengründer über seinen beruflichen Werdegang, seine neue Rolle als Advisor und das Startup-Parkett auf dem er selbst sich seit vielen Jahren erfolgreich bewegt.


Warum hast du eine Karriere in der Digitalbranche eingeschlagen? Was waren bisher die wichtigsten Milestones? 
Ich wusste ziemlich früh, dass ich in den Medien und eigentlich im Journalismus arbeiten will. Als ich direkt nach dem Studium vom damaligen Bertelsmann-Vorstand Bernd Kundrun die Chance bekam sein Assistent zu werden, war schon damals schnell erkennbar, dass innerhalb dieser Branche die Zukunft im digital Bereich liegen wird. Neben dem ersten Job, war sicher der erste Exit mit adyard, meine langjährige Beziehung zur Hamburg Media School und natürlich die Freundschaft zu meinen Partnern Christian Müller und Tobias Schlottke wichtige Meilensteine.

Du bist der Erfinder der Online Marketing Rockstars – macht dich das also selbst zu einem? 
Ich bin natürlich keiner. Einzig versuchen wir unter der Marke „Rockstars“ ab und zu ungewöhnliche Sachen zu machen.

Du hast schon mehrere Firmen gegründet  was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Aspekte, die ein Startup beachten muss um in der digitalen Wirtschaft erfolgreich zu sein? 
Ich glaube das hat sich in den letzten Jahren verändert. Auch die digitale Wirtschaft ist erwachsener geworden. Man braucht sicher mehr Knowhow in Bereichen wie „digitales Company Building“ im Sinne von Standard-Software und Setup über Google Apps, Wordpress, Pipedrive, Dropbox, Fastbill usw. dazu hilft häufig digitales Marketing Knowhow, Branchen-Netzwerk usw. Auf der anderen Seite ist es wie eh und je. Irgendjemand im Team muss verkaufen können und wollen.

Inwiefern kann es auch einmal wichtig sein, zu scheitern? 
Ich weiß nicht, ob es wichtig ist. Es ist sicher nicht schlimm. Wichtig finde ich es nicht. Man lernt bestimmt dazu, das ist gut. Gleichzeitig verliert man meist Selbstbewusstsein und das muss man sich erst einmal wiederholen, das ist nicht so gut.

Du hast sowohl in Unternehmen als auch in Start-ups gearbeitet. Inwiefern hat dich beides beeinflusst?
Ich habe in meinen ersten Berufsjahren im Konzern viel gelernt, sehr guten Zugang zu Netzwerken gehabt, Selbstvertrauen aufgebaut und verstanden, wie diese Welt funktioniert. Das hat mir viel gebracht. Nach vielen Unternehmer-Jahren habe ich andere Sachen gelernt. Eher zu machen als zu fragen, wirklich zu verkaufen und Probleme häufig ungewöhnlicher oder sagen wir „anders“ zu lösen.  

Welche Geschäftsidee wolltest du schon immer umsetzen, hast dich aber nie getraut?
Ach da gibt es vieles. Ich träume immer vom Sport-Umfeld. Ich bin großer Sport-Fan und würde da gerne mal was machen, aber das ist aus vielen Gründen nicht unbedingt sinnvoll.

Welchen Bezug hast du zu Hamburg? Was macht die Stadt zu einem fruchtbaren Boden für die Medien- und Digitalbranche? Und welche Vorteile hat die Stadt gegenüber anderen Medienmetropolen? 
Hamburg ist mein Zuhause, hier lebt meine Familie zu großen Teilen. Ich komme aus Essen und bin da stolz drauf und klar man sagt ja immer vergiss nie wo Du herkommst. Das versuche ich. Insofern komme ich aus Essen und seit 11 Jahren auch aus Hamburg. In Hamburg gibt es alles, was man braucht um im digitalen Bereich große Sachen zu produzieren, das sieht man an zahlreichen Beispielen. Wichtig ist, dass es insbesondere immer weiter guten Nachschub an Leuten gibt und Firmengründer hier Leute finden können, damit fängt alles an.

Welchen Bezug hast du zur Initiative nextMedia.Hamburg? Siehst du Parallelen zwischen deinen beruflichen Tätigkeiten und den Aufgaben und Zielen der Initiative? 
Ich kenne die Leute hinter nextMedia.Hamburg schon lange, häufig noch aus anderem Kontext und schätze sie sehr. Ich finde den Ansatz und die Ziele der Initiative sehr wichtig und habe in verschiedenen Fällen schon von diesem Netzwerk profitieren können. Ich denke, wenn ich als Gründer einen guten Job mache, bringe ich auch die Stadt mit nach vorne. Sicher indirekter als bei nextMedia.Hamburg, aber vom Resultat unserer Arbeit her sind wir uns dann vielleicht ähnlich.

Wie siehst du deine Aufgabe als nextMedia.Hamburg Advisor und was ist dein „first advice“? 
Im Wesentlichen geht es um Erfahrungen und Netzwerk, die ich einbringen kann. Letztlich erlebe ich seit 10 Jahren digitale Projekte in Hamburg von Technologie-Firma über Medien bis zu Events. Ich bin trotzdem noch nicht uralt, dass könnte eine hilfreiche Konstellation sein. 

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