CROSSMEDIA
22
Sept.2014

Reeperbahnfestival: Mehr als Musik

Marketing verändert sich, die Organisationen noch nicht
Warum ist Marketing in den vergangenen Jahren eigentlich soviel komplizierter geworden? Diese simple Ausgangsfrage stellten sich Dirk Bathen und Jörg Jelden, die im Vorjahr eine Studie zu den Agenturen der Zukunft veröffentlicht hatten. Nach einem halben Jahr Arbeit, 40 Experteninterviews und der Auswertung von 810 Fragebögen stand fest: Marketing verändert sich, nur die Organisationen tun es nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einerseits verhindert das Tagesgeschäft, sich langfristig mit (unbequemen) strategischen Themen oder der Digitalisierung (schneller, datengetriebener, transparenter) auseinanderzusetzen. Andererseits glaubt auch je ein knappes Viertel der Befragten nicht daran, dass ihre eigene Marketingabteilung veränderungsfähig oder überhaupt gut für die Zukunft aufgestellt sei.

Der Buchbranche geht es glänzend  - trotz oder wegen Amazon?
Geht der Buchmarkt in Deutschland nun an seiner Arroganz zugrunde, wie es Autor Stefan Weidner provokant formuliere oder kann der Handel angesichts eines Umsatzes von knapp über 9 Milliarden Euro eigentlich frohlocken, wie es Alexander Skipsis, CEO des Börsenvereins des deutschen Buchhandels suggerierte? Eigentlich schon, wenn da nicht ein gewisser Konkurrent namens Amazon wäre. Den sieht Peter Kraus vom Cleff, CFO beim Rowohlt-Verlag als Konkurrenten und Partner zugleich. Trotz aller Klagen: Amazon hat den E-Book-Markt entwickelt und clevere Verlage profitieren davon, dass sich Käufer Ausgaben erst elektronisch und dann auch physisch zulegen. Im Hintergrund wirken Algorithmen, die den Entscheidern sofort melden, wenn ein zunächst abgelehntes Manuskript online genügend Aufmerksamkeit erfährt. So kommen Autoren heute eben über Umwege zu ihrem Hardcover-Debüt. 

Mobiler Datenjournalismus – Spielerei oder wichtige Ergänzung?
Eine der neueren journalistischen Spielarten heißt Datenjournalismus. Komplexe Datenkolonnen werden hierfür ausgewertet und in Form gegossen. Das funktioniert Online besser als auf Papier – aber online ist nicht gleich online. Immer mehr Zeitungen stellen fest, dass das Wachstum bei ihren Onlineangeboten rein über Smartphones und Tablets getrieben ist. Für diese Zielgruppen müssen entsprechende Angebote her – doch was auf dem Desktop noch fein aufbereitet aussieht, wird auf dem kleinen Bildschirm zur Qual. Diese Erfahrung musste Vanessa Wormer von der Heilbronner Stimme bei ihrem Datenprojekt zum Trinkwasser erfahren. Bei der Darstellung der Unfallschwerpunkte auf der A6 wählte die Journalistin einen Mobile First-Ansatz – also vom kleinsten Screen ausgehend und auf Touch- und Gestennavigation. Die mobile Darstellung darf aber nicht zum Selbstzweck oder Datenporno verkommen. Journalistisches Storytelling und Kuratierungen werden auch in der datengetriebenen Zukunft weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

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