CROSSMEDIA
03
März2015

Social Media Week 2015: Storytelling – Emotionen und Entertainment für den User

Seit Jahrtausenden erzählen Menschen sich Geschichten, Homers „Ilias“ gehört da zu den ältesten Zeugnissen. Große Schlachten, große Gefühle – aber was hat das mit der Medien- und Kommunikationsbrache zu tun? Erstaunlich viel, nicht umsonst geistert das Keyword „Storytelling“ gegenwärtig durch die Medienbranche. Denn wenn bereits Homer mit emotionalen Geschichten seine Zeitgenossen erreichen konnte, wäre dies nicht auch ein Hilfsmittel im Zeitalter der Digitalisierung?

Darüber wurde auch auf der Hamburger Social Media Week 2015 diskutiert: Unter dem Motto „‘Multiple sides of a story’ - Warum Storytelling mehr als nur Content ist“ sprachen Branchengrößen über die Chancen des Storytellings – und seine Realisierung. „Wir sind ja nicht alle Red Bull und können einen Astronauten ins All schicken", stellte Moderator Dr. Peter Petermann bereits zu Beginn der Veranstaltung fest. 

Storytelling: Chancen und Realisierung 

Was also gehört zu einer Story, die User bewegt und Lust auf mehr macht? Panel-Gast Frank Vogel, Mitglied der Geschäftsführung von Gruner & Jahr knüpfte mit dem Best Case des Autoherstellers Volvo an. Laut Vogel sei Jean Claude vanDamme und Volvo ein exzellentes Beispiel für gelungenes Storytelling, denn der Clip ging ans Herz, brachte den User zum Lachen und löste Emotionen aus – Volvo hat eine Geschichte erzählt. Außerdem ist Vogel der Meinung, dass alles eine gute Story sein kann, es kommt auf die Aufbereitung an. 

Nicole Stecher von iProspect >> explido plädierte für den sogenannten „Core-Content“, also Kernbotschaften, herauszustellen und bei jeder Kampagne vorab die wichtigsten Ziele und KPIs festzulegen. Ihrer Meinung nach gehe es vor allem um messbare Größen wie Traffic und Share-Raten, was Katia da Silva, Carat Deutschland, noch einmal besonders hervor hob. Meike Henkenjohann, Social Media Beraterin bei Isobar, ergänzte, dass Hintergrundinformationen jeder Story Relevanz und Mehrwert geben und Interaktionsraten sowie Verweildauer weitere wichtige KPIs im Content-Marketing sind. 

An dieser Stelle war sich das Podium einig: Relevanz im Content-Marketing gibt es nicht zum Nulltarif. Jede Story braucht Emotionalität, Exklusivität und Entertainment. 

Storytelling: Inhalte und Advertorials

Woher jedoch sollen gute Inhalte stammen? Meike Henkenjohann stellte heraus, dass bei entsprechendem Budget eigens erstellte Inhalte das non plus ultra sind. Und, dass Marken bei der Verwendung von kuratierten Inhalten sich die Frage stellen sollen: „Was ist wichtig in meiner Community? Was möchten meine Zielgruppe lesen etc.?“ Das Panel selbst ging zudem auf den Bereich Advertorials ein. So äußerte sich Frank Vogel ganz pragmatisch zu der Fragestellung, ob werbliche Inhalte auch gutes Storytelling sein können: „Die Kennzeichnung von Werbung ist hier ein absolutes Muss. Das versteht jeder User und wenn es guter Content ist, dann konsumieren die User trotzdem – egal, ob Werbung oder nicht.“ 

Und wer weiß: Vielleicht steckt in einem der insgesamt 3000 Teilnehmer der Social Media Week ein zeitgenössischer Homer, der nach diesem Input eine Jahrtausende überdauernde Story entwirft.

 

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