CROSSMEDIA
13
Janu.2015

The Spectator - Bilder zu Pixeln

Kodak ist einer der klassischen Fälle von Disruption. Schon vor Jahrzehnten hatte dieser seinerzeitige weltweite Marktführer in Sachen analoger Photographie eine digitale Kamera entwickelt. Allerdings brachten die Kodak-Leute die Kamera nicht
offensiv auf den Markt, man hielt die Qualität der Bilder für unzureichend und vermutete (sic!), dass der Konsument für diese fixe Form des Bildermachens nicht zu haben sei. Zu schweigen von der fehlenden Phantasie, das Individuum wolle sich massenweise in Form von Bildern mitteilen.

Heute werden wöchentlich rund 1,75 Milliarden Bilder auf Facebook hochgeladen und allein in Hamburg hat es über 710.000 Facebook-Nutzer, not bad. Der Hamburger Photograph und Künstler Conrad Piepenburg, Jahrgang 1961, hat Photographie bei einem der ganz großen, noch lebenden Deutschen gelernt, „bei F.C. Gundlach war ich ab 1979 drei Jahre Assistent.“ Sodann hat er sich in Hamburg selbständig gemacht und flog fortan ziemlich oft um die Welt, etwa um journalistische Reisereportagen zu photographieren. Hinzu kam u.a. nationale und internationale Werbephotographie (Schwerpunkt: Automobil) – „bis ich 2010 dann erstmals in größerem Stile Eigenproduktionen künstlerisch angegangen bin“, sagt Conrad Piepenburg zum Spectator.

Die zunehmende Digitalisierung ist ein großes Thema für den Künstler: „Alles wird in bits and bytes verwandelt, Photos werden nicht mehr chemisch produziert, sondern auf einem Sensor in Datenströme verwandelt. Materie wird gescannt und um den Globus in atemberaubender Geschwindigkeit und in ungeheuren Datenmengen transportiert.“ In einer Ausstellung, die am  21.1. eröffnet wird, zeigt Conrad Piepenburg nun Bilder aus der künstlerischen Serie „Resolution 1“. Die Technik des Künstlers orientiert sich an der digitalen Welt: „Ich zerlege Bilder in Pixel“, dadurch entstehen dann wiederum neue, digital inspirierte Optiken, die der Phantasie des Betrachters freien Lauf lassen.

Am Abend der Ausstellungs-Eröffnung ergänzt der Chefredakteur von „Geo“, Christoph Kucklick, das Programm noch um eine Lesung aus seinem Buch „Die granulare Gesellschaft“ – wie das Digitale unsere Gesellschaft auflöst. Und natürlich ist Conrad Piepenburg schon auf der Suche nach neuen, künstlerischen Herausforderungen. Das Thema der Umweltverschmutzung durch unser aller exorbitanten Verbrauch von Kunststoffen in diversen Formen liegt ihm sehr am Herzen. „Vielleicht kann ich durch meine neuen Arbeiten dann den einen oder anderen Mitmenschen dazu bewegen, weniger Kunststoff-Artikel zu kaufen. Aber es gilt selbstverständlich: wir alle müssen erst einmal bei uns selber damit anfangen.“

Wer gern die Ausstellungs-Eröffnung besuchen möchte, wende sich bitte alsbald per Mail – office@vgs-art.com - an Andrea von Goetz und Schwanenfliess. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

von Andreas Wrede, Editor InnoLab/Medienmanagement, Hamburg Media School

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