CROSSMEDIA
06
Nove.2014

The Spectator - Die Welt retten, ein bisschen

Who’s Gonna Stand Up? (And Save The Earth)" – so heißt der zweite Track auf der neuen Platte von Neil Young (es ist das 39.igste des 68-jährigen Rockmusikers, dessen erstes Solo-Album übrigens am 12.November 1968 erschien). Nun rettet der Kanadier schon seit Jahrzehnten das Genre Rock-Musik und das was man so Americana nennt; ja, bisweilen erfindet er sich und seine Musik neu und ist doch schon längst ein lebender Hippie-Klassiker. Nun ist er angetreten, ein neues Musik-Angebot mit einem besonderen Anspruch zu starten: „We want to confront the compressed audio inferiority that MP3 offers – we want a sound like the first sound during studio recording sessions“ (O-Ton Neil Young).

Und dieses Projekt, dass natürlich bei iTunes für Kopfschmerzen sorgen könnte, hat Neil Young Pono genannt, das ist hawaiianisch und bedeutet: Gerechtigkeit. „My goal is to try and to rescue the art form that I’ve been practicing for the past 50 years“. Bei fast jedem anderen Künstler würde man wohl Größenwahn diagnostizieren, aber nicht bei Neil Young. Er hat schließlich wunderbare Songs wie „Heart of Gold“, „Old Man“, „The Needle and the Damage done“, „Cowgirl in the Sand“, „Like a Hurricane“ oder „Driftin’ Back“ geschrieben. Und wer so singt und Gitarre spielt, kann gar nicht überkandidelt sein. No way.

2012 hat Neil Young also Pono Music ins Leben gerufen, im Frühjahr dieses Jahres gab es ein Crowdfunding-Runde via Kickstarter, die über sechs Millionen Dollar brachte und damit eine der erfolgreichsten Kickstarter-Kampagnen ist. Musiker wie Bruce Springsteen, Eddie Vedder, Jack White oder eine Gruppe wie Arcade Fire engagieren sich für Pono. Plattenlabel wie Sony, Universal und Warner haben ebenfalls ihre Unterstützung signalisiert. „PonyMusic has been a mission of mine for many, many years, and I’m more passionate than ever about the prospects for its success“, sagt Neil Young.

Pono Music will ein Ökosystem für die User aufbauen, dazu zählt etwa der portable Pono Player, den man jetzt für $ 399 vorbestellen kann, um ihn dann im Frühjahr 2015 zu bekommen. Bislang hat er die Kapazität, „bis zu 5000 hochauflösende Versionen von Musikalben zu speichern.“ Weiterhin wird der Pono Music Online-Store entwickelt (ponomusic.force.com), er befindet sich derzeit in der Beta-Phase; hier kann man den Pono Player vorbestellen, später dann auch Musikstücke und anderes technisches Zubehör. Und natürlich wird es eine App geben, um Musik herunter zu laden und zu synchronisieren. „Toblerone für Altrocker“ nennt ein Autor der Süddeutschen Zeitung Neil Youngs Pono-Projekt – Toblerone finde ich gut, Altrocker ist Quark, denn Pono könnte in die Herzen vieler Menschen unterschiedlichen Alters finden, die etwas gegen Monopole à la iTunes haben. Mal abgesehen davon: ich rette immer wieder gern mit anderen die Welt, wenigstens ein bisschen.

von Andreas Wrede, Editor InnoLab/Medienmanagement, Hamburg Media School

 

Photo Credit: Pegi Young, http://press.wbr.com/neilyoung#photos

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