CROSSMEDIA
27
Janu.2015

The Spectator - Sesame Phone

Anfang dieses Jahres werden Menschen, die ALS, Multiple Sklerose, Parkinson haben oder querschnittsgelähmt sind eine enorme Erleichterung ihres Lebens erfahren. Das Sesame Phone, entwickelt von dem israelischen Software-Ingenieur Oded Ben-Dov, wird dann auf den internationalen Markt kommen. Was daran so besonders ist? Mit diesem Mobile werden Menschen mit massiven Behinderungen per Stimme und Kopf-Gesten telefonieren, Apps öffnen und nutzen können.

„Wir haben ein komplett Software getriebenes System entwickelt, dass mit jedem Android-Phone kompatibel ist“, sagte Oded Ben-Dovw kürzlich der Times of Israel, die iOS-Version ist noch in Arbeit. „Unser Slogan“, so der Ingenieur ein wenig ironisch, „ lautet: Berühren wird überbewertet. Für Menschen, die ihre Gliedmaßen kaum noch oder gar nicht mehr nutzen können, wird das Sesame Phone die bislang einzige Lösung eines für sie endlich brauchbaren Smartphone sein.“

Bereits seit einigen Jahren befasst sich Oded Ben-Dov mit der Realisierung des Sesame Phone, eine der Herausforderungen dabei war, dass dessen Kamera mit den sparsamen und schrittweisen Bewegungen ihrer User harmonisiert sowie deren Bewegungen und Gesten stets verlässlich umsetzten kann. Oder: „Manche Menschen haben eine sehr gute Kontrolle über ihre Kopf-Bewegungen, andere, die ALS oder Parkinson haben, können bisweilen ihren Kopf nur minimal bewegen. Unsere Device bietet eine technische Lösung für alle Fälle.“

Wie kam Oded Ben-Dov auf die Idee, das Sesame Phone zu entwerfen und zu konstruieren? „ Vor einigen Jahren bekam ich einen Anruf von Giora Livne, einem behinderten Veteranen unserer Armee. Er ist vom Hals an gelähmt und fragte mich, ob ich nicht ein Telefon designen könnte, dass auf Bewegungen des Kopfes reagiert.“ Im März 2015 ist es nun soweit, das erste Sesame Phone wird dann zu kaufen sein für rund $ 1000 (ca. 815 Euro). „Wir sind im Gespräch mit Business-Angels und CEO’s verschiedener, sehr wichtiger Tech-Unternehmen, die uns aktiv unterstützen.“

Oded Ben-Dov weiß, wie umfänglich die Zielgruppe für sein Mobile ist: „Weltweit kommen mindestens zehn Millionen Menschen als potentielle Kunden in Frage.“ Daraus könnte in der Tat ein erfolgreicher Business-Case erwachsen. Und er weiß mithin, was der Kriegsveteran machen wird: „Giora wird via Mobile Blumen für seine Frau bestellen – bis zum Sesame Phone war das eine geradezu Herkules-Aufgabe, nun wird es kinderleicht für ihn sein.“ Alsdann: Happy New Year!

von Andreas Wrede, Editor InnoLab/Medienmanagement, Hamburg Media School

Fotocredit: http://sesame-enable.com/

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