Gründerwerft startet Januar 2015

nextMedia.Hamburg: Wie unterscheidet sich die Gründerwerft von anderen Digital- und IT-Inkubatoren?

Patrick Postel: Wir fokussieren uns auf unsere Kernkompetenzen: Technik und Menschen. Bei der Technik stehen wir für Qualität von Beginn an, unsere StartUps sollen mit einer sauberen, gut skalierenden Lösung in die Zukunft gehen, die auf modernste Technologien und Werkzeuge setzt und deren Architektur von uns mit entworfen wird.  Nur ein gutes Fundament schützt vor bösen Überraschungen und ein gutes Fundament ist keine Hypothek für die Zukunft, sondern ein echter WERT.  Den Menschen wollen wir einen Heimathafen bieten, ein Dach über dem Kopf, das passende Umfeld, und Zugriff auf unsere Netzwerke. Darüber hinaus werden wir eine Art Auffangnetz anbieten: Sollten die Ideen nicht wie gewünscht „zünden“ werden wir den Teams innerhalb der SAH einen Arbeitsvertrag anbieten. Die Menschen sollen sich auf Ihre Aufgabe konzentrieren können und nicht in ständiger Angst vorm Scheitern sein.

nextMedia.Hamburg: Als Träger fungiert die Software Allianz Hamburg – wer genau verbirgt sich dahinter?

Patrick Postel: Die Software Allianz Hamburg (SAH) ist ein Zusammenschluss führender mittelständischer Hamburger IT-Unternehmen. Sie wurde im November 2010 als Joint-Venture von den drei erfolgreichen Technologie-Dienstleistern Silpion, AKRA und Project Partners gegründet. Durch die Kooperation von mittlerweile 22 IT-Firmen ist ein starkes Netzwerk von IT-Mittelstandsunternehmen für Großprojekte im Raum Hamburg entstanden. Die SAH hat sich zum Ziel gesetzt, die Hamburger Digitalökonomie auf Basis ihres strategischen Know-Hows und ihrer Umsetzungsfähigkeiten zu stärken. Sie bekennt sich zur Notwendigkeit kontinuierlicher Innovationen in der Transformation von Unternehmen und Gesellschaft in eine digitale Ära. Gründern, Innovatoren, Entrepreneuren und Investoren kommt dabei nach Ansicht der SAH eine Schlüsselaufgabe zu. In Kombination und enger Verzahnung mit arrivierten Partnern sollen gemeinsam neue Marktpotentiale strukturiert und ökonomisch erfolgreich erschlossen werden.

nextMedia.Hamburg: Eine Besonderheit der Gründerwerft ist die Festanstellungsgarantie bei einem etwaigen Scheitern – werden damit nicht genau falsche Akzente gesetzt und weniger das mutige Unternehmertum gefördert, welches auch immer Niederlagen braucht, um letztlich erfolgreich zu sein?

Patrick Postel: Nein, dass glauben wir nicht. Die Gründer werden alles dafür tun, selbst erfolgreich zu sein, denn sie investieren ja über Monate Ihre Zeit ohne dafür bezahlt zu werden, das ist genügend Motivation. Angst hingegen kann lähmen und wir wollen eine Umgebung schaffen, in der die jungen Leute sich frei entfalten und Höchstleistungen bringen können – ohne Ablenkung!  Durch unsere Erfahrung im Bereich der Technologie- und Business-Entwicklung als auch der Mitarbeiter-Recrutierung sind wir durchaus in der Lage, hier die Spreu vom Weizen zu trennen, was die richtigen Teams angeht. Wir schauen uns die potentiellen Gründer ja am Anfang genau an und wollen diejenigen fördern, die motiviert und leidenschaftlich bei der Sache sind.  

nextMedia.Hamburg: Wie sehen Screening und Mentoring der potenziellen Startups für das Programm aus?

Patrick Postel: Wir werden die potentiellen StartUps  aus dem Themengebiet IT und Digitalisierung im Wesentlichen nach den Kriterien Team und Technologie bewerten. Natürlich schauen wir auch auf die Geschäftsidee, doch müssen uns vor allem die Menschen mit ihren Fähigkeiten und einer Mischung aus Begeisterung und Realismus überzeugen. Nach der Auswahl nehmen sich Paten aus dem Kreis der SAH der Teams an; Mentoren, die zur jeweiligen Aufgabe und Thematik passen. Hier ist eine enge Zusammenarbeit angestrebt, in der wir die Rolle der Qualitätssicherung übernehmen. Im Rahmen dieses Prozesses wird es regelmäßige Reviews und Quality-Gates geben. Darüber hinaus stehen wir mit unseren Netzwerken bereit, um der jeweiligen Idee den letzten Feinschliff zu verpassen. Die Paten haben bei „ihren“ StartUps übrigens dann "Vorzugsrechte", was eine eventuelle spätere Festanstellung im hoffentlich seltenen Falle des Scheiterns angeht. Sie sind näher an den Gründern dran, kennen deren Kompetenzen und können Stärken und Fähigkeiten beurteilen.
 
nextMedia.Hamburg: Die Software Allianz reserviert sich für ihre Services fünf bis sieben Prozent an den jungen Unternehmen. Für die laufende Finanzierung sollen hingegen weitere Partner gewonnen werden. Wie soll das bei kleinen Fördertöpfen und skeptischen Kaufleuten gelingen?

Patrick Postel: Auch in diesem Umfeld haben wir viele Kontakte und führen aktuell diverse Gespräche, allerdings ist es oft sinnvoller, schon etwas vorzeigen zu können, bevor man sich Fremdkapital besorgt. Wir stehen für den Schritt dorthin.

nextMedia.Hamburg: Vielen Dank für das Gespräch!

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