NEW STORYTELLING
05
Sept.2014

Das scoopcamp 2014. Keine Panik bei neuen Konzepten im Journalismus der Zukunft

“Wir dürfen Journalismus und seinen Ethos nicht sterben lassen.”

Burt Herman, erster Keynoter des Tages, rief dazu auf neue Technologien aktiv zu nutzen und dabei journalistische Werte nicht zu vergessen. Herman gründete 2010 Storify. Ein Dienst mit dem Redaktionen zum Beispiel Beiträge aus Facebook und Twitter sammeln und kommentieren können. Highlight: Herman wurde mit dem erstmals vergebenen scoop Award ausgezeichnet. Sven Gösmann, Chefredaktuer der dpa, würdigte in seiner Laudatio Hermans Leistungen an der Schnittstelle von Journalismus und Geschäftsmodell.



“Don‘t panic - Die Automatisierung ist dein Freund”

Ken Schwencke appellierte in seiner Keynote darandie zunehmende Automatisierung im Journalismus nicht zu verteufeln, sondern diese als Unterstützung zu sehen, denn “etliche Dinge können Computer besser als Menschen”, so der Journalist und Programmierer der New York Times. Im Detail heißt das: Algorithmen, die Nachrichten oder Übersichten grafisch darstellen, können Journalisten bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen und entlasten. Niemand geht hier von einem Ersetzen aus. Die Chance für Journalisten besteht also darin, mehr Zeit für tiefgreifende Geschichten zu haben.


 

“Wir brauchen dynamische Teams”

Neben Journalisten braucht es in Nachrichten-Teams auch Programmierer, Entwickler und  Projektmanager, so Jigar Mehta in seiner Keynote. Der Mitgründer des Startup Accelerators Matter Ventures regte an, dynamische Teams aufzustellen sowie den Leser in die Nachrichtenproduktion einzubeziehen.


And the Winner is: The Mental News Map

Beim scoopcamp Hackathon hatten drei Teams 24 Stunden Zeit ihr digitales Projekt auf die Straße zu bringen. Auf der scoopcamp Bühne galt es das eigene Projekt vor 300 Teilnehmern noch einmal zu pitchen. Das Gewinnerteam kam wie bereits im Jahr zuvor von der Deutschen Welle und gewann mit dem Newsgame “The Mental News Map”, bei dem der Nutzer sein Wissen über aktuelle Weltgeschehnisse testen und verbreiten kann.


Nach der Mittagspause ging es in verschiedenen Locations rund um das Theater Kehrwieder mit sechsspannenden Workshop-Sessions weiter. Unter anderem zu den Themen Live-Blogging, Robot Journalism oder Journalistic Entrepreneureship.

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutieren die Sprecher die Frage wie das Neue in den Newsroom kommt. Außerdem sprachen sie darüber, welche aktuellen Innovationen in den Redaktionen Einzug halten. Auf der Bühne saßen Anita Zielina (Stern.de), Jochen Wegner (ZEIT online), Sven Gösmann (dpa) und Sebastian Matthes (Huffington Post Deutschland). Eines der Kernthemen war “Mobile first”. Ein Punkt, der besonders dem Chefredakteur von ZEIT online, Jochen Wegner, am Herzen lag, war die These, dass fehlende Vermarktungsmodelle Innovationen im Onlinejournalismus erschweren. Spannend: Das Podium war sich einig, dass mehr gemacht und weniger geredet werden sollte und dass Innovationen Schritt für Schritt stattfinden werden. Anita Zielina fasste es an der Stelle treffend zusammen: “Das größte Risiko ist, Innovationen erst gar nicht zu wagen”. Und so ganz nebenbei erfuhren wir, dass beim Stern.de in nächster Zeit ein umfassender Relaunch ansteht - Randnotizen, die uns freuen.

 

Wir freuen uns, dass wir mit dem scoopcamp 2014 das Kernthema der Inititative nextMedia.Hamburg „Technology moves Content“ ein Stückchen weiter vorantreiben konnten. Wir bedanken uns insbesondere bei der dpa, den spannenden Speakern auf der Bühne und in den Workshops und allen engagierten Teilnehmern. Bis zum #scoop15 am 1. Oktober 2015! 

Alle Bilder gibt es auf unsere Facebook-Seite. Foto Credit für Burt Herman: dpa

 



 

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