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18
Sept.2014

Ohne Twitter und Co. wäre der Erfolg von 547490 nicht denkbar (Oliver Wurm)

nextMedia.Hamburg: Wie ist die Idee zu 547490 entstanden?

Oliver Wurm: Aus dem Wunsch heraus, die WM in Brasilien mit einem sportjournalistischen Projekt zu begleiten. Ich wusste Ende 2013 bereits, dass ich im Sommer fünf Wochen vor Ort sein würde. Und ich ahnte irgendwie, ob man mir das jetzt glaubt oder nicht, dass diese WM aus deutscher Sicht eine ganz besondere werden würde. Das erste Heft hieß zwar 547490 – aber die 14 für das Folgeprojekt 54749014 habe ich eigentlich vom Start weg mitgedacht.

nextMedia.Hamburg: Wie ist das Heft dann in den Handel bzw. zu den Fußball-Fans gekommen?

Oliver Wurm: Ich arbeite im Vertrieb mit einem professionellen Dienstleister zusammen. Da ich aber mit den Druckauflagen maximal ein Zehntel aller möglichen Verkaufsstellen erreiche, biete ich die Hefte auch über meine Webseite an – übrigens versandkostenfrei. Das ist extrem arbeitsintensiv, aber anders geht es nicht.

nextMedia.Hamburg:
Ist ein Team von Freien um einen Ideengeber und Inspirator schlagkräftiger als eine Redaktion im klassischen Sinne?

Oliver Wurm:
Schlagkräftiger würde ich nicht sagen. Aber entscheidungsfreudiger, wendiger, vielleicht auch etwas mutiger. Aber bei manch aufwändiger Idee habe ich mir schon sehnlichst die Redaktions-Schlagkraft einer Sportbild-, Bild- oder Kicker-Mannschaft gewünscht.

nextMedia.Hamburg:
Im Falle von 547490 musste die Vertriebspower und die Bekanntheit erst schrittweise aufgebaut werden. Wie hat Social Media im Vorfeld und noch während der WM dabei geholfen?

Oliver Wurm:
Ohne den von mir sehr intensiv gepflegten Dialog mit den „Fans“ der Facebookseite und auf Twitter und der daraus resultierenden PR-Power wäre das ganze Projekt im Eigenverlag nicht möglich gewesen. Dem ein oder anderen geht das manchmal etwas auf den Keks. Aber dem entgegne ich: Das müsst ihr aushalten. Denn ohne diesen Vertriebsweg würde ich nicht in die schwarzen Zahlen kommen. Notfalls bitte einfach defrienden, den Wurm.

nextMedia.Hamburg:
Die Sponsorensuche gestaltete sich eher schwierig, auch im Nachfolger 54749014 gibt es nur wenig Anzeigen und viele Logos zu sehen. Glauben Unternehmen nicht mehr an Printprodukte?

Oliver Wurm:
Dass mir aus dem Anzeigenmarkt selbst bei dem zweiten Heft noch immer so wenig Vertrauen entgegengebracht wurde, hat mich tatsächlich auch kalt erwischt. Dass ich nun im Nachhinein mehr als ein Dutzend Mails von Marketingleuten bekommen habe, die diese Zurückhaltung ob der Qualität der Magazine und der unfassbar positiven Reaktionen auf die Hefte nun sehr bedauern, ist da nur ein kleiner Trost.

nextMedia.Hamburg: Vielen Dank für das Gespräch.

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