NEW STORYTELLING
13
Okto.2014

Pencil/Paper/Mix (The Spectator)

Im Sommer diesen Jahres besuchte ich im Rahmen eines Innovation Field Trip in New York City neben anderen spannenden Unternehmen auch FiftyThree. Im ziemlich funkelnagelneuen Office-Space auf der Hudson Street, in Tribeca, Downtown Manhattan mit Blick auf das One World Trade Center, trafen wir Georg Petschnigg, Co-Founder und CEO von FiftyThree (Credo: „We built tools for mobile creation“).

Der Deutsche, der nun schon geraume Zeit in New York lebt, erklärte uns damals die Entwicklung von Paper, einer exorbitant erfolgreichen, millionenfach genutzten Zeichen-Application, die zu einem Bestseller im App-Store von Apple wurde. Und wir hatten das Glück, dass Georg uns den zweiten kreativ-genialen Streich von FiftyThree präsentierte: Pencil, sozusagen ein „Hardware-Debut“ dieser jungen Company, die ob ihrer Entwicklungs-Sprünge kaum noch ein Startup genannt werden kann.

„Der Pencil verbindet sich per Bluetooth mit Eurem iPad und bietet in Kombination mit der Paper-App verschiedene Zusatzfunktionen“ (iFun). So hat dieser Stylus eine Radierfunktion, die man nutzen kann, ohne innerhalb der App-Funktion das Werkzeug wechseln zu müssen. Mal ganz abgesehen davon, dass Pencil sowohl in der Aluminium- wie auch der Walnuss-Version einfach nur hinreißend ausschaut und sich wunderbar an die Finger anschmiegt. Malen auf dem iPad wird zum bloßen Vergnügen – selbst für in dieser Hinsicht unzweifelhaft weniger begabten Menschen...wie mich.

Okay, klingt jetzt arg begeistert – das waren wir jedoch alle im Sommer – übrigens auch von Georg, der uns überzeugte, dass sich Kreativität und Entrepreneurship mitnichten ausschließen. Vor einigen Monaten deutete er an, dass FiftyThree an einem dritten Streich arbeite, der wurde nun kürzlich vorgestellt. „Start on Paper. Create with Pencil. Joint he Mix“, befinden die Maker von FiftyThree und haben jetzt mit Mix eine neue Plattform geschaffen, „um Kreativität zwischen den Usern von Paper und Pencil zu inspirieren“, erklärt Georg heute.

Eine enthusiastische Online Community kann via Mix posten, remixen, downloaden. So erlaubt Mix durch kollaborative Tools den Benutzern z.B. die jeweils eigenen Projekte mit anderen zu vermischen, zu ergänzen und man wird benachrichtigt, wenn jemand etwas zu einem Projekt hinzufügt. Möglich gemacht wird dies durch eine Reihe von Templates, Outlines und Tutorials, „die wir ganz bewusst entwickelt haben“, so Georg, „weil wir bei Paper gemerkt haben, dass sich User nicht kreativ genug fühlten.“

Nun, dieses Gefühl dürfte mit Mix niemand mehr haben, zumal eine eigene Website den Usern ermöglicht, anderen „Mixern“ im permanenten Stream zu folgen. Noch ist Mix nur „by invitation only“ zu testen, aber Ende Oktober soll das Rollout laufen – ich prophezeie mal, dass Mix im Gegensatz zu Mixel von der „New York Times“ oder DrawQuest von Chris Poole (4chan), die zu ihrer Zeit einfach zu wenige Dienstprogrammen anboten, ein Knaller wird.

Die Mix-Möglichkeiten halt einfach extrem variabel: „Seiten in Mix... können Outlines für ein Malbuch, liniertes Papier für Schreiber, ein Rasterfeld für Mathematiker, oder sogar iPhone Wireframes für App-Designer... (oder) die Skizze eines Frauenkleides sein...“ (The Verge). Und so ganz nebenbei wird Mix sicher zu einer globalen Plattform für Shared Content. FiftyThree ist da, wo vorn ist.

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