NEW STORYTELLING
18
April2013

TV: Bereit und reif für Veränderungen

Beim mittlerweile 4. newTV-Kongress der gleichnamigen Fokusgruppe innerhalb von Hamburg@work diskutierten Medienschaffende aus den wichtigen TV-Märkten Deutschland, USA, Frankreich und Österreich über die Zukunft ihres Formats. Eins wurde schon zu Beginn der Veranstaltung klar: Die Aussichten sind gar nicht so schlecht, wie vor allem Marcus Englert von Solon Mangement Consulting zu berichten wusste. Demnach stieg der Fernsehkonsum innerhalb der letzten 13 Jahre von 204 auf über 240 Minuten und anstelle einer Substitution von Diensten kommt es zur Parallelnutzung.

Dennoch sind lineare TV-Konzepte mittlerweile völlig überholt. Der „Second Screen“ und das Schlagwort „Content“ sind nur zwei Themen, die die Branche beschäftigen. Megan Cunningham von Magnet Media stellte in ihrer Keynote klar, dass Nutzer Werbung und Anzeigen aktiv vermeiden und stattdessen nach Geschichten suchen. Englert, der zuvor bei ProSiebenSat1 für Digitalthemen verantwortlich war, unterstrich dies ebenfalls mit der Aussage, dass Content-Eigentümer immer mächtiger werden.

Auch TV-Sender oder neue Internetanbieter müssen künftig den Dreiklang aus paid media, owned media und earned media beherrschen. Helfen können dabei Dienste wie GetGlue oder Couchfunk, bei denen Nutzer über die zeitgleich konsumierten TV-Sendungen debattieren oder ihre TV-Aktivitäten in andere Social Networks wie Facebook oder Twitter verlängern. Aber der Kongress beschäftigte sich nicht nur mit dem Status quo, sondern auch mit der Zukunft des TV: Cunningham glaubt, dass Content für „connected user“ in Zukunft noch wichtiger wird.

Künftige Innovationen im Broadcasting werden vor allem durch drei Trends geleitet. Erstens brauchen Medienmarken und Contentinhaber einen neuen Ansatz bei der Distribution ihrer Inhalte. Cunningham empfiehlt daher einen auf dem Agilen Design basierenden „Design-Do“-Ansatz, der auch kleine Fehler erlaubt. Nur dann, so die Amerikanerin, lassen sich die gröbsten und größten auch vermeiden. Zweitens muss der Content über viele Plattformen verteilt werden, um dem veränderten Nutzungsverhalten Rechnung zu tragen und drittens sind Daten das Öl der Zukunft. Dienste wie Klout oder soziale Netzwerke werden deshalb künftig gleichberechtigt neben der klassischen Marktforschung stehen.

 

Bildnachweis: flickr.com User Hector Milla

Autor: Jan C. Rode

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